Artikel Schöfweg

Fih eh e leyla deyya Rehragout

Bei seinen Auftritten in den arabischen Ländern singt die Unterbiberger Hofmusik mit ihrem Publikum „Heit gibt’s a Rehragout“. Heute, bei seinem Konzert im Schöfweger Feuerwehrhaus dreht der Kopf der Gruppe Franz Himpsl den Spieß um.

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Lautschriftlich umgesetzt in unsere Schrift steht der Text groß auf Pappschildern: Fih eh eleyla deyya. E leyla Rehragout deyya. Dem  Schöfweger Franz Himpsl macht das Konzert in seiner Heimatgemeinde sichtlich Freude, immer wieder entdeckt er Freunde, die er von der Bühne herunter grüßt. Gemeinsam mit seiner Frau Irene und seinen Söhnen Ludwig Maximilian, Xaver Maria und Franz sowie Konrad Sepp an der Tuba und Mathias Götz an der Posaune gab die Unterbiberger Hofmusik einen Einblick in ihr Können. Dabei wechselten Sie so schnell zwischen bayerischer und arabischer Musik, zwischen türkischen und niederbayerischen Text, dass es das Publikum oft gar nicht wahrnahm. Dabei wechselten die Musiker zwischen den verschiedensten instrumenten. Sogar eine türkische Saz war zu hören. Ob arabisch oder brasilianisch inspiriert, oder mit Jazz-Elementen versehen. Die Unterbiberger Hofmusik sprengten nicht die Grenzen der Volksmusik sondern spielten wie selbstverständlich mit ihnen. Aber immer dabei eine große Freunde und ein sehr hohes musikalisches Niveau. Und die Schöfweger waren stolz auf ihren „Franz“ und gingen begeistert mit.

Schon am Vormittag griff die Unterbiberger Hofmusik zu den Instrumenten und gestalteten den Gottesdienst. Sie zeigten, dass sie auch sakrale Werke von Bach, Händel oder Schubert beeindruckend interpretieren können. Nach dem Gottesdienst zog man in Richtung Gemeindehaus, wo dieses und der im Dezember schon beschaffte neue Pistenbully durch Oberstudienrat Hans Schmidt seinen kirchlichen Segen bekam:  „Klug, Einsicht und Verantwortungsbewusstsein soll Gottes Segen in die Räume der Gemeinde bringen.“ Aber so ergänzte Schmidt mit einem Seitenblick zu Bürgermeister Martin Geier: „Passt schon.“ Die Unterbiberger hatten ein passendes Instrumentalstück in ihrem Notenheft gefunden: „Zur Weihe des Hauses“.

In seiner Ansprache erinnerte Martin Geier an den Werdegang der Sanierung. Bereits 2009 habe man versucht im Rahmen des Konjunkturpaketes II an Fördermittel für die Renovierung des Hauses aus dem Jahr 1972 zu kommen. Doch es standen für die Gemeinde Schöfweg keine Mittel zur Verfügung. 2016 wurde das Kommunale Investitionsprogramm aufgelegt, ein Programm zur Förderung finanzschwacher Kommunen. Voraussetzung war der barrierefreie Ausbau und eine energetische Sanierung. Durch die neuen Toiletten konnte die Barrierefreiheit geschaffen werden. Hierzu nutzte man den Aufenthaltsraum der ehemaligen Rettungswache um zusätzlich zu den Sanitärräumen im Untergeschoss neue Toiletten mit einem ebenerdigen Zugang zu schaffen. Im Rahmen der energetischen Sanierung wurde eine Pelletheizung mit Solar-Unterstützung eingebaut. „Damit kommen wie auch unserem selbst verordneten Energienutzungskonzept ein Stück näher“, so Geier. Von den Kosten von etwa 390 000 Euro konnten 310 500 Euro durch die Förderung abgedeckt werden. „Heute können wir ein Projekt erfolgreich abschließen, und die Leute, die in dieses Haus kommen loben uns für die schöne Ausführung“, so Bürgermeister Geier, „dieses Lob gebe ich gerne an alle Beteiligten weiter.“ Er dankte neben den ausführenden Firmen auch den Personen und Gruppierungen, die ehrenamtlich mitgeholfen haben.

Dass nach den Schwierigkeiten mit dem letzten, gebraucht gekauften Pistenbully überhaupt mit der Loipenpflege weitergemacht werden soll, war lange Zeit umstritten. „Das Gerät sorgte für Probleme und Schlagzeilen. Immer dann, wenn die Schneebedingungen gut waren, fiel es aus“, erinnerte Bürgermeister Geier an die letzten Jahre. Erst durch die Förderung im Rahmen des Bayerischen Kulturfonds konnte man über die Anschaffung eines Neugerätes nachdenken. Für 163 000 Euro wurde schließlich ein Pistenbully der Firma Kässbohrer angeschafft, der Eigenanteil der Gemeinde lag bei 32 600 Euro. „Nun können wir neben der klassischen Loipe auch eine Skatingstrecke spuren, so dass wir in Zukunft nicht nur zuverlässig gespurte Loipen haben, sondern auch eine echte Verbesserung“, so Geier.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrhaus nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich die renovierten Räume und das Loipengerät aus der Nähe anzuschauen. Im Gemeindesaal stellte Franz Himpsl den neuen Film über die Unterbiberger Hofmusik „Bavarabica“ vor. Ein Kameramann begleitete die Gruppe auf einer Reise nach Ägypten und Tunesien und zeigte eindrucksvoll, wie verbindend über die Grenzen der Kulturen hinweg gemeinsam musiziert werden kann. „Wir haben es uns selbst nie gedacht, dass wie einmal so weit kommen mit unserer Musik“, erzählt Franz Himpsl, „die Welt braucht es, dass wir zusammenrücken und voneinander lernen.“ Himpsl bedauert es, dass durch die politische Situation zum Beispiel in der Türkei Konzerte dort nicht mehr so einfach möglich sind, doch plant er schon die nächsten Reisen. Sie sollen den Schöfweger und seine Familie nach Mexiko und in die USA führen.